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Farbgenetik: heterozygotes Asia Blau - Wie beeinflußt es die Farbe Rot?

© Alexander Maaß

1. Eine Mutation in meinem Coral Red Stamm zeigte mir, was passiert wenn Coral Red ausfällt. Das Tier ist von 2004 und existiert heute leider nicht mehr. Leider wurde mir diese Erkenntnis erst fünf Jahre später bewusst, als ich meine alten Fotos vor kurzem durchsuchte, um mir wie immer über Asia Blau gedanken zu machen.

Hier ein Foto 34 Tage alte Coral Red Guppys. Zu sehen sind Coral Red auf Grau, Mint Green (Rr²) und ein Albino Neon (unten links).

Dieses Jungtier hat ein Zebrinusmuster und ist auch anders gefärbt als der Coral Red. Da er Rot ausbildet, sollte es ein RR Tier sein. Zwar gibt es auch Rot das nicht umgewandelt wird, doch dieses schon (siehe weiter unten):



Das Zebrinusmuster (Querbalken auf dem Schwanzstiel) ist auf den Fotos leider nur schlecht, aber erkennbar. Zudem fehlt hier das Coral Red (über Y) und die Rückenflosse (über X) zeigt keinerlei Farbe.

Der Guppy zeigt das Elongatus Merkmal stärker ausgebildet (oder sichtbar) als bei den normalen Coral Reds, wo er hin und wieder zu erahnen ist. Den gelben Fleck zwischen den Doppelschwertern (Elongatus Gen) kann er von Olivgelb auf tiefschwarz und zurück innerhalb von wenigen Minuten wechseln.


Hier weitere Bilder. Das Zebrinus ist je nach Lichteinfall durch die Iridophoren verdeckt.





Vermutlich ist hier folgendes passiert:

Theorie:
Durch eine Mutation wurde das zuständige Gen für den metallischen roten Körper sowie das Gen auf dem X-Chromosom für das Rot der Rückenflossen deaktiviert.
Die Rückenflosse ist Farblos. Normal kommt die rote Rückenflosse über das X-Gen des Weibchens. Das rückt den Verdacht näher, das bestimmte rote Farbzellen nicht ausgebildet werden konnten, und daher Coral Red und die rote Rückenflosse nicht ausgebildet werden konnten. Die rote Schwanzflosse kann auch nicht vollständig ausgebildet werden, nur das zuvor überdecke rot (das einem anderen Typ roter Zellen angehört) ist hier dadurch sichtbar geworden. Diese zwei roten Flecke stammen aus dem Ursprünglichen Wiener Stamm und waren die ganze Zeit über vorhanden, aber verdeckt/underdrückt!
Durch den ausfall des rots sind verdeckte Zebrinusstreifen sichtbar geworden, die bei einigen Coral Red Tieren unter bestimmten Lichtverhältnissen (z.B. Durchlicht) ebenfalls sichtbar sind. Ebenfalls sind nun die zwei roten Flecke sichtbar, die bereits immer vorhanden waren aber durch Coral Red verdeckt waren, oder erst gebildet werden konnten.

Hier ein Bild eines heterozygoten Coral Red Asia Blau Tieres, auf dem ebenfalls das Zebrinusmuster ansatzweise erkennbar ist!


Es scheint sich hierbei nach meiner Theorie um den Ausfall bestimmter roter Erythrophoren zu handeln. Somit wurden die darunter liegenden Eigenschaften wieder sichtbar, die auch in Wiener Smaragd Stämmen zu finden sind und durch einkreuzngen anderer Stämme im Verlauf der Coral Red Stammtwicklung entstanden sind. An diesen Fotos sind man deutlich, was unter dem Coral Red liegt.

In betrachtung auf das heterozygote Asia Blau könnte es sein, das Rr2 bestimmte Arten der roten Pigmentzellen nicht umwandelt, sondern vollständig deaktiviert. Dort wo sie zuvor waren, werden sie durch Iridophoren ersetzt. Durch die verbleibenden gelben Pigmentzellen entsteht so die Mint Grüne (hellblau grünliche) Farbe des Rr2 Tieres! Dadurch das in den Flossen weniger gelb vorhanden ist, wirken diese auch blauer als der Körper.

Aufgrund das die rote Farbe der Rückenflosse erst später in den Stamm (durch den verstorbenen Hakan Turesson) eingekreuzt wurde, ist es wahrscheinlich das es eine andere Art Rot sein kann als das Rot auf der Schwanzflosse. Das sieht man beim genauen hinsehen auch bei heterozygoten Asia Blau Tieren. Diese zeigen ein helleres blaueres Mint (mehr blau) in der Schwanzflosse als in den Rückenflosse, bei dem das Mint (hellblau grünliche Farbe) sehr hell und einen bisschen gelber wirkt.