Guppy Seite - Zucht, Genetik, Grundfarben, Deckfarben, Haltung, Neon



Die Entwicklung zum heutigen Neon "Coral Red" Stamm. Ein Kreuzungs Stammbaum.


Der Stammbaum ist in Textform unten auf dieser Seite zusammengefasst.

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Woher kam die Deckfarbe Neon?

Die Deckfarbe Neon ist bei Erwin Renner (Österreich) entstanden.
Erwin Renner besitzt einen Wiener Smaragd Stamm, der ab und an durch Mutation bedingt Tiere wirft, die auf der oberen 1/3 Körperhälfte (vom Kopf bis Schwanz) rötlich sind. Die untere Körperhälfte ist noch dem Wiener Smaragd ähnlich.
Durch eine eher Zufällige Einkreuzung eines Triangel Grünen Weibchen erhielt er in der F2 den Ursprünglichen Neon, sprich der in der oberen Körperhälfte Rot war, und auf der unteren bläulich metallisch. Leider zeigten die Tiere keine oder nur selten Rückenflossenfarbe.
Der Neon heißt Neon, weil die ersten Tiere bei Erwin Renner wie "umgekehrte" Neonsalmer aussahen.
Heute ist das Rot stärker ausgeprägt, so das die ursprünglich leuchten blaue Deckfarbe nur noch schwach am unteren Teil des Schwanzstiels zu erkennen ist. Der Ursprüngliche Neon Stamm mit dem vielen Blau findet sich meines Wissens nur noch bei Erwin Renner.
Die Färbung der Schwerter kann variieren, ist also nicht fest mit dem Neon auf dem Körper verbunden, da die Deckfarbe Neon auf den Körper wirkt.
Möchte man die Rückenflosse färben, sollte man die Farbe über die Weibchen einkreuzen. Gesagt sei auch, das Neon meist in Verbindung mit Doppelschwertern steht (da sie damals bei DS aufgetreten ist). In Asien gibt sie es aber auch auf Triangel (und z.B. Mosaik Zeichnung in der SF).
Neon wird auch mit anderen Deckfarben vermischt, beispielsweise um einen komplett roten Fisch zu erhalten.

Und wie ging’s weiter?

Hans Luckmann bekam einen einzigen, echten ursprünglichen Neon (Männchen), von Erwin Renner 1991, auf einer Ausstellung in Wien (das Tier saß nur in einem Schaubecken).
Von Walter Schuster , Wien, erhielt Herr Luckmann 3 grau-bunte DS-Weibchen, die äußerlich hervorragend waren. Die setzte er sofort mit dem Männchen zusammen.
Zudem setzte er das Männchen mit einigen Restweibchen zusammen, die genetisch ein Mischmasch aus grau, blond, gold, blau und pink waren, mit etlichen Deckfarben.
Die Schuster Weibchen brachten nur schwache, teils krumme, und farblich gemischte Tiere hervor. Merkwürdigerweise war die Nachzucht aus seinen Weibchen-Mischmasch erheblich besser. Damit züchtete er, zuerst Vater/Tochter, dann Geschwister, weiter.
Wie er mir mitteilte, verdrängte das Rot bereits in der F1 mehr das Blau.
Zudem sprach Herr Luckmann von zwei wesentlichen Mängel. Ein großer Anteil farbloser Rückenflossen und ein Teil von Tieren, die sich immer wieder um sich selbst drehten („Guppy-Epileptik“). Letzteres beseitigte er mittels Selektion.
1996 wurde auf Antrag der ÖGG Neon als Deckfarbe in den Standard aufgenommen. Aber echte Neons (wie Ursprünglich von Erwin Renner) sind bisher nie ausgestellt wurden!
„Statt dessen sind dort alle Roten dort eingeordnet worden, was falsch ist. Aber wenn beim IKGH mal wieder etwas falsch läuft, ist das immer schwer zu korrigieren. Zum Schluss glauben immer alle, dass das Falsche richtig ist.“ (Zitat Hans Luckmann)
„Genaugenommen waren es“ bereits jetzt keine Neons mehr, im Ursprünglichen Sinne, sondern „Rot-Bunte“, so Luckmann. Hans Luckmann verbreitete den Neon weiter an die, die sie haben wollten.
Erst 2001 hat er ein Wiener Smaragd Männchen in eine Linie eingekreuzt, mit dem Resultat in der F1, je zur Hälfte Wiener und Neon.
„Endlich waren alle Rückenflossen gefärbt und der Nachweis erbracht, dass das Rot auch über die Weibchen vererbt wird.“ (Zitat Hans Luckmann)
Diese Linie brachte aber merkwürdiger Weise in der F2 zu fast 100% ausstellungsfähige Untenschwerter, was sich keiner erklären konnte.

Ömer bekam auch einige dieser roten Neon Tiere (nicht verwechseln mit (HS) „Neonrote“!). Erstmals kreuzte dann Ömer ein Albino Weibchen von Ed Richmond in den Stamm mit ein. Daraus entstanden sehr schlechte Tiere, mit sehr breiten Schwertern.

Hakan Turesson erhielt von diesen schlechten Tieren dann einige. Er stabilisierte die Tiere in Form und Farbe. Dazu benutze er auch ein Triangel RREA Rot Weibchen von B. Miscinski. Das führte erstmals zu Neons mit gefärbter Rückenflosse, die das Weibchen mitbrachten.
Leider war die Rückenflosse dadurch etwas zu breit. Dieses und andere Form/Farb Probleme wurden durch Zucht ausgebessert, woraufhin es erstmals auch Ausstellungserfolge mit diesen Tieren auf der Grundfarbe Albino gab.
Hakan kreuzte darauf später noch ein Triangel blau2 (r²r²) Weibchen mit in den Neon RREA Stamm, das Ursprünglich aus einem Grass Stamm stammt.
Das Ergebnis waren Mint Grüne Tiere, aber eben nur auf heterzygoten Blau²!!
Mit der Albinovariante der Mint Grünen sorgte Hakan Turesson 2004 in Mulmshorn für Aussehen.
Durch das einkreuzen des r²r² Weibchens aus dem Grass Stamm erhielt der Stamm vermutlich auch die Spots, die wie das Doppelschwert von Männchen und Weibchen weiter vererbt werden. Das Neon hingegen wird nur von den Männchen vererbt.

Von diesen Mint Grünen Tiere (wahrscheinlich RREA Tiere) erhielt dann Hans-Peter Neuse in Berlin einige vor 2-3 Jahren (via B. Trustrup). Hans-Peter meint, das die Tiere, als er sie erhalten hatten, noch im Ursprung etwas bläulicher waren, und erst bei ihm mehr ins grüne gegangen sind, warum auch immer (wahrscheinlich spielen Umweltfaktoren eine Rolle, Wasser, Temperatur, Licht?).
Hans-Peter kreuzte den Stamm dann mit Weiblichen Tieren von H.Luckmann (die er von Horst Bertram hatte), die heteroz. Für Gold (Gg) waren.

Lars Rahring erhielt dann von Hans-Peter ein Mint Grünes Albino Männchen und Grundfarbe grau Weibchen des Stammes. Das Männchen setzte er mit seinen reingrauen Weibchen aus seinem eigenen Doppelschwert metallic gelb Stamm zusammen.
Die Nachkommen waren zur hälfte Neons und Mint Grün, ohne Albinos.

Ich selbst bekam von dieser F1 ein Männchen und zwei Weibchen. Damit führte ich eine Geschwisterpaarung durch.. Leider sieht man den Weibchen nie an ob sie das Blau2 homozygot oder heterozygot in sich tragen, was ja Einfluss auf das Neon der Kerle hat.
Ich erhielt unter anderem grau Neon, Mint Grün, Albino Neon und ein Albino Mint Grün aus mehreren Würfen. Das spricht nach Mendel dafür, dass das männliche Ausgangstier von Hans-Peter an Lars ein Rr²aa (Albino Mint Grün) Tier war.


Quelle: Eigene Nachforschungen und Telefonate mit im Text erwähnten Züchtern.