Guppy Seite - Zucht, Genetik, Grundfarben, Deckfarben, Haltung, Neon

Tipps & Tricks

Tipp bei Geschlechtertrennung in der Zucht
Bekannterweise verlernen männliche Guppys die Balz und können homosexuell werden, sowie sie auch weniger sofort bereites Sperma haben, sollten sie ohne Weibchen rein unter Männchen aufgezogen werden. Um dem entgegen zu wirken, setzte man einige "schlechte" Weibchen, also Weibchen die wir nicht zur weiterzucht benötigen und Selektiert haben, in das Becken der Männchen. So werden die Kerle ihre Balz nicht verlernen und fruchtbarer sein. Werden die Weibchen trächtig, so lässt man sie einfach im Becken werfen, auf das der Wurf von der Gruppe verzerrt wird. Überlebende Jungtiere die nicht mehr gefressen werden, sollte man aber entfernen. Beachte, das zu wenig Weibchen bei zu vielen Männchen zu viel Stress für die Weibchen bedeutet!

Die Selektion
Der Sinn der Selektion besteht darin, Tiere aus dem Zuchtprogramm zu nehmen, die unserem Ziel nicht entsprechen. Ähnlich wie die Natur selbst die schwachen usw. entfernt (Nach dem Motto: Der stärkste darf sich Fortpflanzen), haben wir dafür Sorge zu tragen das an erster stelle nur die Vitalsten Tiere zur Zucht (mit der meisten Genetischen Variabilität) weiter verwendet werden. Wir Selektieren deshalb immer zuerst nach der Vitalität!! Sie ist das wichtigste zu beachtende Merkmal in der Guppyzucht, erst dann kommen Form und Farben.

Doch was genau verstehen wir unter Vitalität? Vitale Fische schwimmen agil, haben keine Krankheiten (sowohl Erblicher als auch äußerlicher Art) und ein gesundes aktives Verhalten, was auch die Balzaktivität angeht.

Als nächstes achten wir auf die Form des Körpers. Der Fisch darf keine Deformationen haben, muss also einen Gesunden Körper besitzen. Für Guppyhochzuchtausstellungen muss er dem Ausstellungsstandart entsprechen. Die Weibchen sollten möglichst kräftig und groß sein, die Männchen dürfen die vom Standart geforderte Größe nicht über oder unterschreiten. Die Männchen müssen ihre Schwanzflosse (vor allem bei Triangel) gut tragen können.

Dann wird auf die Flossenformen geachtet. Die Flossen der Weibchen der Großflossigen Zuchtformen sollten ebenfalls vergrößert sein, Groß- und Kurzflosser Weibchen sollte möglichst auch die Farben der Männchen in den Flossen zeigen, Schwertflosser Weibchen hingegen sollten dagegen absolut Farblos sein (da Genetisch gesehen Farbe bei den Weibchen die Schwerter der Männchen negativ beeinflusst!). Die Flossenform der Männchen soll dem Standart in Größe, Form und Länge entsprechen, ohne den Fisch am schwimmen zu hindern.

Als letzten Schritt Selektiert man nach Farbe. Besonders bei den Körper der Männchen gilt das Erreichen der größtmöglichsten Flächendeckung mit Farbe.

Manche Züchter Selektieren auch gerne nach Kannibalismus. Das bedeutet, Fische (insbesondere die Weibchen) werden Testweise mit Jungtiere zusammengebracht, um zu sehen wie sie reagieren. Sind sie auf Jungtierjagt, werden sie nicht zur Zucht verwendet.

Tipp: Achte bei Weibchen darauf, das sie im Verhältnis zum Durchschnitt möglichst groß sind (aber nie übertrieben groß!) und einen kurzen aber kräftigen/dicken Schwanzstil haben. Sie sollte kräftig wirken, und natürlich vital(!) und nicht plump. Zudem sollte der Trächtigkeitsfleck gut ausgeprägt sein, sprich einen guten Laichansatz zeigen. Bei Doppelschwert Weibchen achte in der Regel darauf, das sie in der Schwanzflosse möglichst keine Farbe zeigen. Die Rückenflosse sollte einen 90°C Winkel haben.


Empfehlung zum Selektionszeitraum (kann von Stamm zu Stamm varierren):


Guppys Katalogisieren

Um eigene Stammbäume zu erstellen, und den Überblick für die Tiere zu behalten, kann es lohnend sein Guppys zu katalogisieren. Bei mir läuft das wie folgt ab:

Jedes relevantes Zuchttier erhält eine Nummer die sich wie folgt zusammensetzt:
Stammeskürzel + y/x + Nummer (Generation) + Buchstabe (Name) z.B.: NRy2b
Das Stammeskürzel ist meist die Abkürzung für einen Stammnamen, z.B. bei Wiener Smaragd =WS, Neon "Coral Red" = CR usw.

Das y/x gibt an, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt.
Die Nummer gibt die Generation des Stammes an. Eine 0 spricht meist dafür, dass der Stamm neu erworben wurde, und so in der 0 Generation bei mir vorliegt.
Der Buchstabe ist dem „Namen" des Tieres in einer Generation gleichzusetzen. In einer Generation eines bestimmen Stammes und eines Geschlechtes kann so jeweils nur ein Buchstabe (als Name) vorkommen. In einer weiteren Generation oder Stamm kann sich der Buchstabe wiederholen.

Wird der Buchstabe nicht erwähnt, bedeutet dies, dass alle Tiere des Stammes und der Generation und des Geschlechts gemeint sind.
Wird die Nummer und der Buchstabe nicht angegeben, bedeutet dies, dass alle Tiere des Stammes und des gleichen Geschlechts gemeint sind.
Wird das Geschlecht und die Nummer und der Buchstabe nicht angegeben, bedeutet dies, dass alle Tiere des Stammes gemeint sind.